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Musik Karl-Heinz Vollrath

 

Ein ganz großes Dankeschön von Stefan Maus

Über Jahrzehnte hat Karl-Heinz Vollrath die kirchenmusikalische Arbeit geprägt. Leider ist ihm das aus gesundheitlichen Gründen nicht länger möglich. Wir wissen, wie schwer ihm dieser Schritt gefallen ist, wie wichtig ihm die Kirchenmusik stets war und immer noch ist. Aber manchmal sind wir einfach gezwungen neue Prioritäten in unserem Leben zu setzen. Wir wünschen Karl-Heinz Vollrath von ganzem Herzen, dass sich sein gesundheitlicher Zustand stabilisiert und die Beschwerden sich auf ein erträgliches Maß einpendeln.

Sein Engagement für die Kirchenmusik war im Hinblick auf Dauer, Umfang und Intensität ganz sicher außergewöhnlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass dies alles ehrenamtlich oder im Nebenamt geschah. Im Namen der Kirchengemeinde und im Namen der vielen Menschen, die er in all dieser  Zeit begleitet hat und  auch ganz persönlich   sage ich: Danke.   Und wir wollen das nicht nur an dieser Stelle tun, sondern auch indem wir Karl-Heinz Vollrath im Gottesdienst verabschieden, sobald ihm das gesundheitlich möglich ist. Den Termin geben wir rechtzeitig bekannt.

 

Im Gespräch mit Andrea Braun

Wie kamst du zur Musik und wann? Wer hat den Grundstein  gelegt? Sowohl Orgel, als auch Gesang.

 

Als Jugendlicher im Alter von 16 Jahren hatte ich nur einen Wunsch, Orgel spielen zu können. Dieses Instrument begeisterte mich einfach. Bei Frau Dressing in Waldböckelheim und später bei Fräulein Hamel in Sobernheim lernte ich Klavier und Orgel. Üben konnte ich anfangs mangels eigenem Klavier nur außer Haus bei Heinrich Mades, den ich mit meinen Tonübungen Nervlich überstrapazierte. Erst später bekam ich ein reichlich altes Klavier von Herrn Ackermann geschenkt, dass ich dankbar annahm. Nach einer gewissen Zeit konnte ich auch auf der Orgel weiterüben.

Meine ersten Chorerfahrungen machte ich bei Heinrich Mades im Kirchenchor. Diesen übernahm ich auch als Dirigent 1956. Später sang ich auch in der Chorgemeinschaft an der Nahe. Mit diesem Chor, der geleitet wurde von Matthias Kern machte ich mehrere Auslandsreisen. Die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit machen konnte und Wochenendseminare der EKiR in Chorleitung, Liturgie und Orgelspiel  halfen mir als Chorleiter, bei der Arbeit mit dem Mandeler Kirchenchor, den ich 50 Jahre leitete, und später mit dem Frauenchor unserer Gemeinde. 

 

Was war dir in der Chormusik wichtig?

 

Die Chormusik war für mich spannend, weil das gemeinsame Singen alle elementaren Voraussetzungen erfordert. Chorklang, Text , Musik und Dynamik benötigen viel Ausarbeitung. Die Sänger mussten durch viel Übung und Sensibilisierung ein harmonisches Klangbild erarbeiten. Dies zu erreichen war eine stetige Herausforderung.

 

Was faszinierte dich an dem Instrument Orgel? Und welche der drei Orgeln war dir die liebste?

 

Die Orgel ist ein Instrument mit vielen klanglichen Facetten,  mit ihren verschiedenen Registern lässt sich ein großes Klangfeld herausarbeiten. Die liebste Orgel war mir, vor allem nach ihrer gründlichen Sanierung 1971 bei der ich tatkräftig mitwirken konnte, die umfangreiche Bockenauer Orgel. Aber auch die Sponheimer und Burgsponheimer Orgel haben ihre spielerischen Reize. Die Sponheimer, die 1976 überholt wurde, hat einen kräftigen Orgelklang trotzdem sie nur einmanualig ist. 

Neben der Orgel hast du auch Posaune gespielt und später

den Posaunenchor geleitet, was war dir dort wichtig?

 

Im Posaunenchor habe ich von Beginn an ab 1977 gespielt. In Verbindung mit Frau Schauß-Flake konnte dies nicht ausbleiben. Sie hat mich dazu gebracht. Sowohl spielerisch als auch später als Chorleiter war es mir wichtig musikalische Akzente gut herauszuarbeiten.  Die Posaunenchormusik, die sehr vielgestaltig ist, ist in der evangelischen Kirche nicht mehr wegzudenken. Beim Posaunenchor haben wir die letzten Jahre Wert darauf gelegt Gottesdienste angemessen begleiten zu können.

 

Dein letzter Dienst an der Orgel, sicher ein mulmiges Gefühl?

 

Die Zeit, in der ich meine musikalischen Bereiche verwirklichen konnte, habe ich genossen. Natürlich tut das Abschiednehmen weh, doch man muss auch wissen, wann man aufhören soll. Die Musik, ob Orgelspiel, Chorgesang oder Posaunenmusik, war die Erfüllung meines Lebens. Im Dienst der Gemeinde und zum Lobe Gottes, so wollte ich agieren. Dies habe ich von Beginn an versprochen.