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Musik Frau Magdalene Schauss-Flage

Die „Grande Dame“ der Blasmusik

 Ihre Musik entspricht sicherlich nicht dem Mainstream. Doch ihre Kompositionen haben ein ganzes Genre beeinflusst. In kirchlicher Musik bat ihr Name Gewicht, manche ihrer Werke besitzen längst Kultstatus (,‚Dorische Intrade“).

Magdalene Schauss-Flake gehört zu den bekanntesten Kirchenmusik-Komponisten in Deutschland. Eigentlich schon Kreisen längst im Rentenalter, ist die agile Dame immer noch als Organistin und Komponistin stark gefragt 

„Schreiben Sie bloß keinen Schmus, fordert Magdalena Schauss-Flake gleich vorab. Dabei hätte man allen Grund dazu, denn ihr Gesamtwerk umfasst mehrere hundert Kompositionen.

Doch von vorn: 1921 in Essen geboren, entwickelt die junge Magdalene schon früh viel Gespür für Musik. Nach dem Schulabschluss besucht sie ab 1937 die Folkwangschule in Essen, einer Fachhochschule für Musik, Tanz und Sprechen. Sie wollte Organistin werden und verdiente sich ohne Wissen der Mutter als Jazz-Musikerin in Lokalen ein paar Mark dazu. Mitten im Krieg dann der Abschluss als „staatlich geprüfte Organistin und Chorleiterin“ 1942 an der Hochschule für Musik in Berlin-Charlottenburg. Magdalene Schauss-Flake heiratet 1948 einen jungen evangelischen Pfarrer und kommt mit ihrer Familie über einige andere Stationen nach Burgsponheim. Dort leitet die dreifache Mutter lange Jahre den Posaunenchor und komponiert weiter moderne, ungewohnte, aber auch für Laien spielbare Stücke, die neue Trends in der Kirchenmusik setzen.

„Ich konnte mir keine andere Tätigkeit vorstellen“, erinnert sich die mittlerweile 80-Jährige. „Die Musik stand einfach schon immer im Vordergrund.“

 Kompositorische Gegensätze sind ihr wichtig, und auf die Frage nach einem Lieblingskomponisten antwortet sie: „Ich liebe Brahms, der steht für die Seele. Ich schätze Bach, der steht für den Geist.“ Die gefragte Organistin besucht noch häufig Seminare, auf denen Musik-Studenten ihre Werke analysieren. Diese Begegnungen findet sie sehr interessant.

Magdalena Schauss-Flake, die „Grande Dame der Bläsermusik“ wie manche sagen, ist Trägerin der Peter-Cornelius-Medaille von Rheinland-Pfalz, hat 16 LPs, 10 Singles und eine CD aufgenommen. Sie hat in Washington auf einer der größten Orgeln der Welt gespielt, begleitet von einem Profi-Bläserensemble. Ihre Konzertreisen führten sie durch ganz Europa und Amerika. Wann Schluss ist?,, Ich bin froh, dass ich in meinem Alter noch aktiv musizieren kann. Wenn das nicht mehr so klappt, schreiben kann ich dann wohl immer noch.“

Magdalene Schauss-Flake 

Mein Alter: 80

Mein derzeit ausgeübter Beruf: Komponistin (E-Musik)

Mein Lebensmotto: Unvoreingenommenheit gegenüber allem Neuen

Meine Stärken: Unkompliziertheit, Energie

Komponistin und Organistin

Dafür brauche ich einen Tritt in den Hintern: Morgens beim Aufstehen

Mein Leibgericht: Nicht aufzählbar

Das bringt mich auf die Palme: Unpünktlichkeit, ständiges Musikgedudel

Nichts langweilt mich mehr als... Kritiker, die keine Ahnung von der Sache haben.

Dieses Buch hat mich eine schlaflose Nacht gekostet: „Wohin denn ich“ von Marie-Luise Kaschnitz

Meine Lieblingshomepage: Im Moment: www.varyable . de 

 

Als es weder E-Mail noch Handys gab.., konnten handgeschriebene Briefe auch tiefer gehende Gefühle übermitteln, und das Schriftbild sagte zusätzlich etwas aus.

Wenn ich als Tier wiedergeboren würde, dann als... Taube, weil... sie als Friedenssymbol gilt.

In meinem Leben würde ich gerne noch.., lange selbstständig bleiben.

Das will ich in der Region Rhein-Nahe verändern: Parkmöglichkeiten für Asklepiosgäste in der Alfons-Gamp-Str.l

Meine nächste Reise geht nach: Ulm (Uraufführung).

Für kein Geld der Welt würde ich ... Schnulzen komponieren.

Der sympathischste Politiker ist für mich ... Gorbatschow, weil... mir seine Ansichten gefallen.

 

Aus der Zeitschrift SICHT Juli 2002